Better know....a candidate: Joe Biden

Kommen wir nun zu einem etwas konservativeren Demokraten: Joe Biden
  • Name: Joseph Robinette Biden
  • Joe Biden (D)
  • Geburtsdatum: 20. November 1942
  • Geburtsort: Scranton, Pennsylv.
  • Heimatstaat: Delaware
  • Partei: Demokraten
  • Beruf(e): Anwalt, Professor, Politiker
  • Religion: katholisch
  • Ideologie: Hard-Core Liberal
Bidens Einstieg in die nationale Politik war spektakulär. Mit gerade einmal 29 Jahren besiegte er den damligen republikanischen Senator von Delware, J. C. Boggs und wurde der fünftjüngste Senator der US-amerikanischen Geschichte. Boggs hatte sich eigentlich zum Kandidaturverzicht entschieden, wurde aber von Präsident Nixon zur erneuten Kandidatur überredet, um eine innerparteiliche Auseinandersetzung um Boggs' Nachfolge zu Verhindern. Der 63jährige Senator führte einen schwachen Wahlkampf und unterschätze seinen jungen Gegner - das Wahlalter war gerade auf 18 abgesenkt worden - so dass Biden mit etwas mehr als 3.000 Stimmen Vorsprung gewann. Das sollte die letzte knappe Wahl seiner bisherigen politischen Karriere bleiben, denn seine bisherigen fünf Wiederwahlen gelangen alle mit Vorsprüngen um die 20 Prozentpunkte. Biden ist ein Klasse-2-Senator, so dass seine Wiederwahl theoretisch 2008 anstünde - er wird sich also in den nächsten Monaten entscheiden müssen, ob er zugunsten eines Präsidentschaftsrennens auf den sicheren Senatssitz verzichten will. Zumal er einen der angenehmsten Posten hat, den es im Kongress gibt: demokratischer Senator in einem stark demokratisch geprägten Bundesstaat, der nach Größe und Bevölkerung zu den kleinsten der USA gehört und noch dazu vor der Haustür der Hauptstadt liegt. Delaware grenzt nicht direkt an Washington D.C., aber von Delawares Hauptstadt Dover bis zum Capitol Hill sind es gerade einmal 130 km. Während Abgeordnete aus Kalifornien, Arizona oder gar Alaska oder Hawaii ihre Wahlkreise nur selten zu Gesicht bekommen, kann Biden morgens mit der Bahn zur Arbeit fahren - was er auch häufig tut. So verwundert es nicht, dass er einer der eifrigsten Fürsprecher der halbstaatlichen Eisenbahngesellschaft AMTRAK ist.
Bereits 1988 bewarb sich Biden zum ersten Mal um die demokratische Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten. Die Kampagne brach zusammen, nachdem sich Biden für seine Reden ausgiebig beim damligen Labour-Chef Neill Kinnock bedient hatte und bei einer (!) Rede vergessen hatte, dies korrekt zu zitieren. Wie es überhaupt unbedachte Äußerungen waren, die Biden immer wieder in Schwierigkeiten brachten:


Nach vielen Jahren im Justizausschuss des Senats, in denen er sich gegen Drogenkriminalität, Gewalt gegen Frauen und für stärkere Waffenkontrolle einsetzte, gehört Biden seit 1997 dem Auswärtigen Ausschuss an, dessen Vorsitzender er 2001-2003 war und seit Anfang 2007 wieder ist.
In der Außenpolitik vertritt Biden eine klar interventionalistische Position: So setzte er sich massiv für die Intervention der USA auf dem Balkan ein, auch in der aktuellen Darfur-Krise fordert Biden das mitlitärische Eingreifen der USA.
Biden unterstützte den außenpolitischen Kurs Präsident Bushs in der Zeit zwischen dem 11. September 2001 und dem Beginn des Irak-Krieges. Mit seinem republikanischen Kollegen Lugar erarbeitete er eine Resolution, die den Präsidenten verpflichtet hätte, vor einem Waffengang alle diplomatischen Mittel auszuschöpfen. Nach dem Scheitern dieser Resolution stimmte er der Ermächtigung zum Irak-Krieg zu - in der Annahme, Bush würde mit diesem Votum im Rücken die Arbeit der Waffeninspekteure vorantreiben, so Biden heute. In den vergangenen Jahren hat sich Biden, wie viele andere führende Demokraten, zum Kritiker des Irak-Krieges entwickelt:

Im Gegensatz zu anderen Demokraten hat Biden allerdings einen eigenen Plan für die Zukunft des Irak erarbeitet. Und während sich die anderen demokratischen Präsidentschaftskandidaten gegenseitig überrbieten, was die Geschwindigkeit des Abzugs angeht, spricht Biden sich für einen vorsichtigen Rückzug aus, um die Sicherheit der Truppen und Zivilisten nicht zu gefährden. Und all das, obwohl Bidens eigener Sohn demnächst in den Irak muss, ein Schicksal, dass er mit den wenigsten Senatorensöhnen und -töchtern teilen dürfte. Wir haben es wohl wieder mit einem Überzeugungstäter zu tun.
Zu den weiteren Themen:
Positionen:
  • Abtreibung: unterschiedlich, aber eher Pro Choice
  • Same-Sex Marriage: befürwortet eingetragene Partnerschaften
  • Krieg: Vorsichtiger Abzug aus dem Irak, Intervention in Darfur
  • Drogenpolitik: starke Vorsorge statt scharfer Strafen
  • Energie/Umwelt: Für Ausbau regenerativer Energien, stärkeren Umweltschutz
  • Waffenkontrolle: starker Befürworter
Joe Biden stellt sicher eine Bereicherung des demokratischen Kandidatenfeldes dar - sowohl inhaltlich als auch rhetorisch. Mehr aber auch nicht. In vergangenen Wahlen wäre Biden sicher ein ernstzunehmender Bewerber, aber zwischen Hillary, Barack Obama und John Edwards gelingt es ihm nicht, sich in Szene zu setzen. Zumal seine message in puncto Irak alles andere als populär bei der demokratischen Basis ist. Aber vielleicht sehen wir ihn ja noch mal als Außenminister oder UN-Botschafter.

edit 3.9.07:
Heute erklärte Biden, er würde seine Kandidatur beenden, würde er in den Iowa Caucusses nicht wenigstens Zweiter oder sehr knapp Dritter werden

edit 5.1.08:
Joe Biden hat seine Bewerbung am Abend der Vorwahlen in Iowa zurückgezogen.
Nils (Gast) - 28. Aug, 16:22

Die Zeit zeigt es....

Ich weiß, der Blog ist eingestellt, aber trotzdem wollte ich mich hier nach dem ehemaligen Mitbewerber und jetzigen Vize-Präsidenten-Kandidaten erkundigen. Ich muss schon sagen, gute Darstellung und dass Du ihm zumindest das Außenministerium oder UN-Botschafter zugeschrieben hast, zeugt von einer guten Bewerbereinschätzung. - Glückwunsch!

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